Im Sauseschritt und mit viel Aktivität zog der September ins Land und wir freuen uns, Euch wieder ein wenig Einblick zu geben in das, was sich getan hat und demnächst tun wird.

Rückblick

Wie ihr wisst, hat von 28.-31. August Gyalwa Karmapa sehr kurzfristig Möhra besucht und uns damit eine freudige Überraschung bereitet. Wir möchten euch gerne den Text, den Gyalwa Karmapa auf Facebook und Instagram zu seinem Besuch veröffentlichte, hier wiedergeben:

18. Sept. 2026:
„Am späten Abend des 28. August traf Seine Heiligkeit der 17. Gyalwa Karmapa Thaye Dorje, in Dhagpo Möhra ein, der letzten Station seiner diesjährigen Europareise, wo er von Praktizierenden des Zentrums und des nahegelegenen Dharmavillage herzlich empfangen wurde.
Dhagpo Möhra liegt im Herzen Deutschlands, in Thüringen, und steht seit seiner Gründung vor mehr als 20 Jahren unter der direkten spirituellen Leitung des Karmapa.
Das Zentrum ist besonders bekannt für seine Familienkurse, die Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit bieten, auf natürliche und freudvolle Weise mit dem authentischen Dharma in Berührung zu kommen. Im Laufe der Jahre sind unter den jungen Teilnehmern enge Bindungen entstanden; viele von ihnen besuchen das Zentrum auch als Erwachsene weiterhin und haben den Karmapa bereits mehrfach getroffen.
Während seines Aufenthalts traf sich Karmapa mit den für die Verwaltung des Zentrums zuständigen Teammitgliedern. An seinem letzten Abend in Möhra versammelten sich Praktizierende des Zentrums und aus der Umgebung, Retreatteilnehmer und Besucher, darunter viele der Jugendlichen, die mit dem Zentrum aufgewachsen sind, im Tempel, um mit ihm gemeinsam Zeit zu verbringen. Karmapa hielt einen Dharma-Vortrag und nahm an einer ausführlichen Frage-und-Antwort-Runde teil. Am Ende des Abends wurden ihm zahlreiche Geschenke überreicht, darunter hausgemachte Köstlichkeiten, die von Mitgliedern der Sangha liebevoll zubereitet worden waren.
Am frühen Morgen des folgenden Tages verließ Karmapa Möhra, herzlich verabschiedet von einer Gruppe von Praktizierenden.
Der Besuch bildete einen bedeutungsvollen Abschluss der diesjährigen Europatour an einem Ort, an dem sich seit Generationen regelmäßig Praktizierende versammeln, um zu praktizieren, zu lernen und gemeinsam am Dharma teilzuhaben“.

Gyalwa Karmapa in Dhagpo Möhra 2026
Gyalwa Karmapa in Dhagpo Möhra 2026
Gyalwa Karmapa in Dhagpo Möhra 2026

Von 03. – 08. September hatten wir die großartige Gelegenheit mit Chöpen Lama Thinley einen internen Workshop für Statuenfüllen zu machen. Chöpen-la gab zunächst Erklärungen zum Füllen und der Herstellung von Mantrarollen verschiedener Größen. Weiters wurden Materialien für den Inhalt der Rollen und die Art und Weise des Befüllens selbst besprochen, bevor es dann an die Herstellung ging. Außerdem bekamen wir noch wichtige und detaillierte Hinweise, welche Werkzeuge und Materialien für unser Atelier noch benötigt werden. Im Rahmen dieses Workshops hat Chöpen-la eine erste kleine Buddha-Statue gefüllt und gesegnet. Sie hat nun ihren Platz im Schrein des Ateliers gefunden. Es waren wunderbare und sehr intensive, wertvolle Tage mit Chöpen Lama Thinley, der mit uns gemeinsam auch eine Sang Puja und eine Karma Pakshi Tsog-Puja machte, den Lung und wichtige Hinweise für die Torma-Werkstatt gab. Auch an Chöpen Lama Thinley herzlichen Dank. Unser Dank gilt auch Acharya Gonpo Tashi für seine begleitenden Übersetzungen.

Mantra-Rollen Workshop
Khenpo Rigdröl Ngedön

Auf Empfehlung von Karmapa Thaye Dorje unterrichtete im September Khenpo Rigdröl Ngedön „The Bodhisattva’s Garland of Jewels“ – „Der Juwelenkranz des Bodhisattva“ von Meister Atisha.
Khenpo Rigdröl erklärte den TeilnehmerInnen den Inhalt dieses Textes – die Vorzüge und Qualitäten von Bodhicitta – nicht nur mit profundem Dharmawissen und basierend auf seiner großen Erfahrung, sondern auch auf sehr humorvolle Weise und mit viel Leichtigkeit. Deshalb freuen wir uns umso mehr, dass Khenpo Rigdröl bereits jetzt zugesagt hat, uns im nächsten Jahr wieder zu einem anderen Thema zu unterrichten. Die Themen und Termine geben wir so bald wie möglich bekannt und möchten euch jetzt schon diese besondere Gelegenheit ans Herz legen.

Acharya Gonpo Tashi, der den Studienkurs „Der Juwelenschmuck der Befreiung“ seit 26. Juli geleitet hat, unterrichtet noch bis 29. Sept.. Dann, nach einer kurzen Pause, übernimmt wie geplant Acharya Ngawang Tharchin wieder am 11. Oktober bis Ende November (Weihnachtspause: voraussichtlich Dezember bis Ende Januar 2027).

Acharyas Gonpo Tashi und Ngawang Tharchin

Ausblick

Für den Ausblick auf das Programm und die Vorträge im Oktober dürfen wir euch – aufgrund der zahlreichen Veranstaltungen – bitten, einen Blick auf unseren Veranstaltungskalender zu werfen.

Allerdings möchten wir euch im Speziellen schon jetzt hinweisen auf eine Veranstaltung im November (05. – 08. Nov.). Nämlich Teil 2 von „Die Lichthaftigkeit des Geistes, Kontemplationen zur Buddha-Natur“ auf Grundlage von Jamgön Kongtruls „Lichtstrahlen des Vajra-Mondes“, Erklärungen, angeleitete Meditations- und Kontemplationsübungen, Austausch und Zweierdialoge – mit Martina Draszczyk.
Auch Neu-Einsteiger* innen sind bei diesem zeitlosen Thema herzlich willkommen!

Martina Draszczyk

In Teil 1 ging es darum, wo und wie die Lehren zur Buddha Natur im Buddhismus verortet sind, den Kontext und eine allgemeine Einführung in dieses Thema sowie um die Quellen, auf die sich Jamgön Kongtrul in seinem Text beruft. Audio-Aufnahmen von Teil 1 leiten wir gerne auch neuen Teilnehmenden weiter.
In Teil 2 beginnen wir nun mit der sog. „eigentlichen Anleitung“, in der Sicht und Meditieren miteinander verwoben werden. „Buddha-Natur“ oder auch „Lichthaftigkeit“ bezeichnet eine grundlegende Geisteshaltung im Mahāyāna-Buddhismus: Jedes Lebewesen trägt das Potential des Erwachens in sich. Unser spiritueller Weg handelt nun davon, Zugang zu diesem uns innewohnenden Potential zu gewinnen und es immer stärker leuchten zu lassen. Wir tauchen ein in diesen Prozess, durch den deutlich wird, dass die Buddha-Natur zugleich Ausgangspunkt, Weg und Ziel unserer Praxis ist.
Empfohlene Lektüre: Draszczyk, Martina. Die Lichthaftigkeit des Geistes. Kontemplationen zur Buddha-Natur auf Grundlage von Jamgön Kongtruls „Lichtstrahlen des Vajra-Mondes“. Norbu Verlag, 2024.

Das Werkstatt-Café öffnet wieder seine Pforten und findet statt am: 4. Okt., 16-17 Uhr, Stiftungshaus. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen zu kommen und sich nach der langen Sommerpause auszutauschen und eine gemütliche und angeregte Zeit zu verbringen.

In Vorbereitung auf die zukünftige Statuen-Füllen-Werkstatt findet ab sofort immer So, 13:30-16:00 Uhr die Mantra-Rollen-Werkstatt statt. Wir freuen uns auf Euch!

Was die anderen Werkstatt-Angebote (Kräuter-, Torma-Werkstatt) betrifft: Bei Interesse bitte alle Öffnungszeiten beim Möhra-Team erfragen.

Pflanzengespräche im Oktober, feurige Würze – Die Chili

Der Herbst schenkt uns leuchtende Farben, Erntegenuss und Früchte. Auch freche Früchtchen wie die Chili. Chili ist botanisch eine Beere, gehört zur Pflanzenart Capsicum annuum und zählt zur Familie der Nachtschattengewächse. Sie stammt aus Mexiko und Mittelamerika, ihre nahen Verwandten sind Paprika, Aubergine und Kartoffeln. Doch im Gegensatz zu diesen milden Pflanzen ist die Chili nichts für schwache „Geschmacksnerven“. Die Sorten unterscheiden sich im Farbspektrum, das von Gelb und leuchtenden Rottönen bis hin zu dunklem Schokobraun reicht, sowie in der Form, aber vor allem im Schärfegrad ihrer Früchte. Und dessen Skala reicht von würzig-mild über moderat scharf bis hin zu gnadenlos scharf. Für den jeweiligen Schärfegrad ist der Gehalt des Inhaltsstoffs Capsaicin entscheidend, der mittels der sogenannten Scoville-Skala bewertet wird. Aus gemahlenem Chili entsteht der beliebte Cayennepfeffer.
Gewürzpflanze und Heilpflanze zugleich: Chilis sind nicht nur scharf, sondern wahre Kraftpakete: als hervorragende Quelle von Vitamin C, Carotinoiden, Nährstoffen und Antioxidantien stärken sie das Immunsystem. Sie regen den Stoffwechsel an, wirken verdauungsfördernd, cholesterinsenkend, durchblutungsfördernd, entzündungshemmend und antibakteriell.
Die zumeist einjährige Chilipflanze wächst als buschiger Halbstrauch je nach Art bis zu einem Meter in die Höhe. Sie benötigt humus- und nährstoffreiche, gut durchlässige Erde, viel Sonnenlicht und Wärme und sie liebt warme Beete, Terrassen und Hauswände.
In Möhra gedeiht die Chili prächtig und hat viele Liebhaber in der Küche. Chili bringt Würze ins Leben und Temperament in die Töpfe, denen der letzte Pfiff fehlt.

Chili - Aquarell von Eric Boyer

Aquarell von Eric Boyer

Rezept für die Chili-Sauce aus der Möhra-Küche
Zu gleichen Teilen Rapsöl, Essig, Zucker, Sojasauce, und Tomatenmark verrühren. Je nach Bedarf mit Salz abschmecken.
Die Chilis entkernen, mit der o.g. Ölzubereitung im Mixer auf höchster Stufe zerkleinern, und in einem Topf unter Rühren erhitzen. Je nach Intensität der Schärfe der Sauce zum Abmildern Maracuja-Saft (angenehme Säure bzw. Süße) dazu geben. Fein geraspelte Möhren, fein geschnittene Zwiebel, Stangensellerie und Knoblauch können angebraten und noch hinzugefügt werden. Diese Saucengrundlage mit Pfeilwurzmehl andicken.
Die Chilisauce kann zum Würzen etwas flüssiger, und als Aufstrich dementsprechend dicker zubereitet werden. Wie viele Chilis verwendet werden ist abhängig von der eigenen Vorliebe für den persönlichen Schärfegrad und der jeweiligen Sorte. Die Möhra-Chilis sind z.B. scharf aber auch besonders bekömmlich – man kann davon nicht genug bekommen …