Liebe Dharmafreundinnen und -freunde,

die Sternschnuppen des Monats August sind gefallen – hoffentlich mit vielen guten Herzenswünschen verbunden – und langsam geht der Sommer mit seiner Hitze dem Ende zu. Mit unserem Rück- und Ausblick möchten wir euch wieder informieren, was sich so tut in Möhra.

Gyalwa Karmapa in Dhagpo Möhra 2026

Überraschungsbesuch

Vom 28. bis 31. August besuchte Gyalwa Karmapa Möhra. Überraschung und Freude waren gleichermaßen groß, als uns sehr kurzfristig dieser private Aufenthalt ohne offizielle Termine angekündigt wurde. Die Möhra-Sangha und die Junge Sangha empfingen Karmapa, der in der Nacht von Freitag auf Samstag aus Frankreich ankam. Auch wenn es sich um ein sehr kleines Zeitfenster handelte, widmete sich Gyalwa Karmapa in großzügigster Weise unter anderem den Fragen der Sangha, gab Zuflucht und nahm interne Besprechungen wahr, bevor er bereits am Montag sehr früh weiterreiste.

Da wir euch gerne von diesem besonderen und berührenden Ereignis erzählen und euch teilhaben lassen wollen, sich dies aufgrund der zeitlichen Knappheit zum Versand des Newsletters aber nicht bewerkstelligen lässt, folgt ein ausführlicher Bericht mit Bildern spätestens im nächsten Newsletter.

Rückblick

Beim alljährlichen Sommercamp im August haben 35 Jugendliche und junge Erwachsene im Alter zwischen 16-27 Jahren teilgenommen. Auf dem Plan standen vormittags „Lodjong-Training“ mit Lama Yeshe Sangmo und „16. Karmapa Guru Yoga“ unter der Leitung von Lama Sherap Palmo; Acharya Ngawang Tharchin unterrichtete das Paramita „Großzügigkeit“. Am Nachmittag fanden verschiedene Workshops statt und diese Angebote wurden gerne und mit Enthusiasmus angenommen. Zum Angebot gehörten die Workshops „Musik / Text / Film“ (mit Sven Kolib, Neo Bodenstein und Beate Göbel), Malerei / Acryl (Maria Pointner), „Mantra-Rollen-Herstellung“ (Leitung: Sandra Bau, Eric Boyer) und die Kräuterwerkstatt (mit Andrea Poppinger).

Sommercamp 2026 Gruppenfoto

Und damit nicht genug, konnten alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen an weiteren Freizeitangeboten teilnehmen, die auf die Wünsche und Bedürfnisse der Jugendlichen einging. Amadeo nimmt sich immer mit viel Einfühlungsvermögen, Ideen und Organisationstalent dieser „Spezialaufgabe“ an, was dazu führte, dass hier ausgelassen Salsa getanzt, mit Acharya Gonpo Tashi Momos gekocht und eine Wanderung zur Linde unternommen wurde. Außerdem haben die Jugendlichen einen außergewöhnlichen Kinoabend gestaltet. Das Ergebnis von großer Kreativität und Einfallsreichtum ist schließlich ein Video, dass alle TeilnehmerInnen sowohl geplant als auch gedreht und fertiggestellt haben – inklusive Soundtrack! Wir alle hatten das Gefühl, es geht gleich los, gleich nächste Woche! Aber es wird doch noch ein wenig Zeit vergehen. Das Video mit dem Titel „Vom Zelt in die Welt“ fängt die Stimmung ein, bevor es auf die große Pilgerreise geht, die für 2027 geplant ist und der schon alle mit ein wenig Aufregung und Reisefieber entgegensehen.

Video Pilgerreise 2027 Still

In diesem Zusammenhang möchten wir uns gerne bei jenen bedanken, die bereits jetzt großzügigerweise eine Sponsorenschaft übernommen haben. Wer Interesse daran hat, durch Sponsoring die jungen PilgerInnen oder Nötiges für die Reise zu unterstützen, und dadurch auch selbst Teil der Pilgerreise zu werden, ist herzlich eingeladen, sich auf unserer Website dafür anzumelden.
Während der Sommercamp-Tage wurde die Pilgerreise gemeinsam mit der Jungen Sangha und Lama Yeshe und den Acharyas Gonpo Tashi und Ngawang Tharchin auch besprochen und Wünsche und Anregungen diskutiert. Über das vorläufige Ergebnis informieren wir demnächst in einem Newsletter Spezial Pilgerreise.

Sommercamp 2026 Gruppenfoto

Der Studienkurs „Der Juwelenschmuck der Befreiung“ mit Acharya Gonpo Tashi, der seinem Unterricht am 26. Juli begonnen hat, läuft in der Zwischenzeit weiter und es ist schön zu sehen, mit wieviel Ehrgeiz und Freude die Teilnehmer und Teilnehmerinnen bei der Sache sind. Besonders inspirierend ist die Tatsache, dass Gonpo Tashi sehr viel seiner persönlichen Erfahrung in den Unterricht einbringt.

Da beide Acharyas in Möhra anwesend sind, wurde die Gelegenheit genutzt mit Tina Draszczyk einen Workshop-Tag zu gestalten, an dem sie auch der Möhra-Sangha verschiedene Methoden wie z.b. den sog. „Einsichtsdialog“ vorgestellt und erarbeitet hat.

Das Werkstatt-Café macht Sommerpause und findet wieder im Herbst statt. Wir lassen euch rechtzeitig wissen, wann.
Was alle anderen Werkstatt-Angebote (Kräuter-, Torma-, Statuen-Füllen-Werkstatt) betrifft: Bei Interesse bitte alle Öffnungszeiten beim Möhra-Team erfragen.

Gendün Rinpoche

Biografie von Gendün Rinpoche auf der Webseite „The Treasury of Lives“

Julia (Tenzin) Stenzel hat eine Biografie über Gendün Rinpoche geschrieben. Viel Freude beim Lesen!

Pflanzengespräche – Samtweiche Blütenpracht

Aquarell von Eric Boyer

In den Gärten von Möhra erfreut derzeit ein Meer aus samtweichen, tiefvioletten Blüten das Auge: die Mauretanische Malve, auch Marokkanische Malve genannt. Ihre Schwestern sind die heimische Wilde Malve und die kleine Wegmalve. Die bildschöne und überaus blühfreudige Staude enthält Anthocyan-Farbstoffe, die das Teewasser zuerst herrlich blau und später in blaugrünen Tönen färben. Mit Zugabe von Zitrone färbt sich der Tee dann zu einem rosafarbenen Aufguss. Im Möhra Kinderkurs wurden einige lustige Farbexperimente damit gemacht. Mit ihren getrockneten Blüten lassen sich Teemischungen schmücken und Kräutersalz, Liköre und Sirupe färben.

Ihr Name leitet sich vom altgriechischen „malakos“ ab und bedeutet „weich, zart“, was auf die lindernden und erweichenden Eigenschaften verweist. Alle Malvenarten sind essbar und enthalten wertvollen Schleimstoff, den die zarten Blüten und Blätter enthalten. Der Schleimstoff, der sich wie ein Schutzfilm auf Schleimhäute oder Haut legt, macht die Malve hilfreich bei trockenem Husten oder Reizungen. In der Volksheilkunde werden deshalb die zerdrückten Blättchen zur Linderung von Insektenstichen (feuchte Kompressen mit Malventee!), bei Juckreiz und Hautentzündungen eingesetzt. Als besonders zartes und mildes Wildgemüse eignen sich die jungen Blättchen für Salate und Suppen. Die Mauretanische Malve ist eine wichtige und pflegeleichte Pflanze für naturnahe Gärten, die nicht nur als attraktiver Blickfang und Bodenverbesserer dient, sondern auch als umschwärmte Bienenweide und Nahrungsquelle für viele bestäubenden Insektenarten.

HAPPY HALSFREUND

Reizlindernder Kräutertee: Schleimstoffhaltige Heilpflanzen zu gleichen Teilen mischen: Malvenblüten, Spitzwegerich- oder Breitwegerich-Blätter und Lindenblüten. Bitte nicht mit kochendem, sondern nur mit siedendem Wasser aufbrühen (80-90° Grad). 10 min ziehen lassen.